[Rezension] Die Brücke der Gezeiten - Ein Sturm zieht auf


Drei unscheinbare Menschen, die über das Schicksal der Welt entscheiden werden...


Das Cover finde ich passend gewählt. Die Töne harmonieren und erzeugen trotzdem Spannung. Außerdem sieht man die Brücke um die es in diesem Buch gehen soll. Den Reiter im Vordergrund kann ich leider keinem der Protagonisten zuordnen.





Der Klappentext zeigt schon, dass man in eine völlig andere Welt eintaucht, mit Magiern und Kriegen. Ich hatte mir eine sehr spannende Geschichte vorgestellt, mit Intrigen und Machtspielchen.



Es werden viele Charaktere vorgestellt und ich bin mir nach Abschluss des Buches nicht sicher, welche die wichtigsten sind, oder gar die drei die das Schicksal entscheiden. Ich stelle euch nun die vor, aus deren Sicht mehrere Kapitel geschrieben wurden.


Elena Anborn, eine Magi, beschützt die Kinder der Königsfamilie der Nesti in Javon auf Antiopia. Sie gehört zwar einem Geheimbund an, der schon viele Menschen getötet hat, doch kehrt diesem nun den Rücken und schwört den Nesti ewige Treue. Sie ist eine starke Frau, die viele schlimme Dinge getan hat, wodurch sie innerlich starb. Doch durch den Dienst an den Nesti fand sie sich selbst wieder, und hat nun einen Grund weiter zuleben. Sie hat also auch eine sensible und schwache Seite, die sie aber gern zu verdrängen versucht. 



Alaron Merser, ebenfalls ein Magi, beziehungsweise noch ein Lehrling, lebt in Norostein auf Yuros. Sein größter Wunsch ist es mit der Armee in den Krieg zu ziehen und über die Brücke zu wandern. Er ist allerdings nur ein Viertelblut und unterliegt mit seinen Künsten den anderen Lehrlingen. Er hat zudem ein sehr hitziges und wankelmütiges Gemüt. Seine Familie und seine Freunde gehen ihm über alles.



Ramita Ankesharan, ein Lakh-Mädchen, lebt in Baranesi auf Antiopia. Sie ist die Tochter eines Händlers und wird, trotz bestehender Verlobung mit Kazim, an einen alten, reichen Magi verheiratet. Als pflichtbewusste Tochter fügt sie sich ihrem Schicksal, hofft jedoch weiterhin auf eine gemeinsame Zukunft mit Kazim. Sie hat Angst vor der Reise in den Norden, und sieht nicht nur den Reichtum ihres neuen Lebens, sondern auch was dieser aus ihrer Familie gemacht hat.



Kazim Makani, ein Amteh, lebt ebenfalls in Baranasi und war mit Ramita verlobt. Die Auflösung der Verlobung will er nicht akzeptieren und versucht auch die Hochzeit zu verhindern. Als dies nicht funktioniert, wendet er sich dem Glauben zu und steigt in die Blutfehde mit ein. Kazim hat einen starken Charakter und versucht sich und alles was ihm gehört zu schützen. Sein Ehrgefühl ist groß, genauso wie seine Sturheit.




David Hairs Schreibstil war angenehm. Es wurde viel erklärt, wodurch es einige Längen gab, aber da dies auch der Auftakt einer Reihe ist, war dies zu erwarten. Es war kein anspruchsvoller Stil, aber auch nicht zu einfach und je nachdem flogen die Seiten nur dahin. Man hat einen guten Überblick über die Protagonisten erhalten, obwohl so viele mir wichtig erschienen und ich hier gar nicht alle aufgeschrieben habe. 



Man kommt gut in die Geschichte hinein und es dauert 5-6 Kapitel bis man alle wichtigeren Personen kennengelernt hat, da am Anfang jedes Kapitel aus einer anderen Sicht geschrieben wurde. Dies hat mich am Anfang auch ein bisschen verwirrt, da man seine Zeit braucht um mit den Kontinenten, den Gebieten und Städten nicht überfordert zu sein. Zum Glück gibt es im Buch zwei sehr anschauliche Karten der beiden Kontinente, wodurch man die Charaktere auf ihrer Reise begleiten konnte. 
Interessant fand ich die Geschichte der Entstehung der Magi, da dies in den Kapiteln vorher immer komplett anders beschrieben wurde.
Parallelen zu unserer Welt konnte man in dem Machtkampf der einzelnen Länder erkennen. Im Kampf der einzelnen Religionen, aber auch Stämme. Ebenso fand ich den Handel mit dem Mädchen sehr authentisch wiedergegeben. Und auch die Bedeutung des gesellschaftlichen Ranges, dein Blut und dein Reichtum, waren sehr authentisch. Manchmal fühlte ich man sich nicht einmal wie in einem Fantasy-Roman, da einem diese Themen so bekannt sind. 
Da ich bis jetzt ja nur gelobt habe, kommen hier jetzt meine Kritikpunkte. Die lange Vorgeschichte ist bei den Pluspunkten, gehört aber auch zur Kritik, da das Buch manchmal richtige Längen hat, deren Sinn ich verstehe, die einen aber im Lesefluss stören. Außerdem sind es sehr viele Sichtweisen, sodass man sich immer wieder in eine neue Geschichte einfinden muss.
Ebenso tappe ich auch noch völlig im Dunkeln bei der Frage wer den die drei Menschen sind, die das Schicksal der Welt entscheiden. Denn mir würden zwar drei menschliche Protagonisten einfallen, doch finde ich die Magi wesentlich interessanter und diese tragen auch viel mehr zum fortschreiten der Geschichte bei. 
Ein weiterer Kritikpunkt ist, dass man in diesem Buch noch nicht bis auf den Kern der eigentlichen Geschichte gedrungen ist. Dies fand ich schade, aber durch die lange Vorgeschichte auch plausibel.
So bekommt das Buch von mir 3/5 Punkte.
Auf jedenfall bin ich gespannt auf den zweiten Band und werde ihn mir auf jedenfall kaufen! Den die Charaktere wachsen einem ans Herz und man möchte ihre Geschichten unbedingt weiterverfolgen!


Ich danke penhaligon für dieses Rezensionsexemplar und möchte mich entschuldigen, dass ich so lange Zeit brauchte um es zu lesen.







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